Eine christlich-esoterisch-rechtsökologische Gruppe von Natur- und Vogelschützern

Vogelschutz
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Wie in Hamburg eine christlich-esoterisch-rechtsökologische Gruppe von Natur- und Vogelschützern gegen eine der Aufklärung verpflichtete Initiative in Stellung gebracht wurde, die den öffentlichen Raum gegen einen evangelikalen Klinik-Konzern und einen Großsportverein mit völkischer Vergangenheit verteidigt hatte.

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Kurzer Überblick
Eine Fallstudie findet sich auf dem Blog der IGDRA

Mitten im dicht bebauten Kerngebiet von Hamburg-Eimsbüttel gab es bis Sommer 2008 ein Ensemble von kommunal-öffentlichen Freiflächen, das für die Wohnbevölkerung vor allem deshalb von erheblicher Bedeutung war, weil diese Freiflächen unbebaut waren und schon dadurch eine Erholungsfunktion hatten. Das Ensemble bestand aus dem Sparbierplatz (22.000 qm), dem Bosseplatz (9000 qm), dem Kanalufer des Isebek-Kanals und dem an den Kanal angrenzenden Kaifu-Freibad. Sparbierplatz und Bosseplatz waren 1933 von den Nazis nach zwei Funktionären des deutschvölkischen Eimsbütteler Turnverbandes (ETV) benannt worden.

Als Ende 2001 die Koalition aus Schill-Partei und Beust-CDU einen Rechtssenat bildete, privatisierte dieser zunächst die kommunalen Kliniken und schob zugleich dem evangelikalen Klinikkonzern Agaplesion AG Millionen zu. Er finanzierte diesem Konzern nicht nur einen Klinik-Neubau, sondern sorgte auch für ein „Sahnegrundstück“ in bester Lage: den Sparbierplatz. Da dieser Platz kommunal-öffentlich war, musste er erst in das Grundeigentum der Stadt Hamburg überführt werden, bevor er privatisiert werden konnte.

Um diese Privatisierung besser durchsetzen zu können, holte der Schill/Beust-Senat noch den ETV ins Boot, was in dem Verein zu jahrelangen Auseinandersetzungen führte. Am Ende teilten sich Agaplesion AG und ETV die Beute.

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Als 2002 die Privatisierung und Bebauung des riesigen Sparbierplatzes geplant wurde, gab es sofort auch Veränderungen bei den umliegenden Teilen dieses Freiflächen-Ensembles. Das Verschwinden von 22.000 qm sollte vor allem durch „Aufwertung“ des angrenzenden Isebek-Grünstreifens „kompensiert“ werden.

Diese „Aufwertung“ war vor allem an den Erwartungen der umliegenden Immobilienbesitzer und an Agaplesion orientiert, da diese Klinik ohne Hof und Garten geplant wurde. Zugleich gab es Verteilungskämpfe um den benachbarten Bosse-Platz und um eine Schwimmbadwiese. Im Verlauf dieser Verteilungskämpfe zwischen ETV, Kirche und anderen Institutionen setzte sich immer der ETV durch, der sich am Ende auch den Bosseplatz privat aneignete. In der Folge wurde mitten im Park ein Kita-/Kantinen-Gebäude errichtet, das eigentlich auf den Bosse-Platz sollte.

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Gegen die Privatisierung der öffentlichen Großfläche hatte sich 2002 eine Initiative gegen die Bebauung des Sparbierplatzes gebildet, der es gelang, das Vorhaben um mindestens 4 Jahre zu verzögern. Als 2008 der Beust-Senat durch eine Koalition mit den Grünen gerettet und fortgeführt wurde, kam die Initiative gegen die Bebauung des Sparbierplatzes zu dem Schluss, dass für einen weiteren politischen und juristischen Widerstand keine Chance mehr besteht.

Sie stand nun einer All-Parteien-Koalition gegenüber, zumal die Hamburger SPD als unfreiwillige Oppositionspartei alles dran setzte, um den Schill/Beust-Senat rechts zu überholen.

Die Initiative gegen die Bebauung des Sparbierplatzes hatte einerseits großen Zuspruch (rund 8000 Unterschriften), andererseits bewirkte das gesellschaftspolitische Gewicht ihrer Gegner, dass das Eimsbütteler Bürgertum den Protesten gegenüber abwehrend war, auch wenn das selten offen gesagt wurde. Der Grund: die Initiative gegen die Bebauung des Sparbierplatzes richtete sich zwangsläufig gegen zwei Säulen des Bürgermilieus: Kirche und Sport.

Das ist eine sehr ungewöhnliche Konstellation. Die meisten mit Privatisierungsfolgen befassten Initiativen haben es mit säkularen Konzernen zu tun. Einen Kampf gegen „die Diakonie“ und einen Großsportverein zu führen, ist aber etwas ganz anderes als ein Kampf gegen ein Möbelhaus, einen Autokonzern oder zum Beispiel die Bahn. „Die Diakonie“ (die nicht als Unternehmerverband wahr genommen wird) und „der Sport“ haben ein großes gesellschaftliches Gewicht. Sie anzugreifen, heißt, sich mit Kräften anzulegen, die eine starke gesellschaftliche und ideologische Basis haben.

Die Frankfurter evangelikale Klinikkette Agaplesion trat in Hamburg als „Diakonieklinikum“ auf und wurde auch von dem Unternehmerverband „Diakonisches Werk“ und der Landeskirche unterstützt. Der Großverein ETV ist in Eimsbüttel so etwas wie eine Feudalmacht. Wegen der großen Mitgliederzahl des Vereins (über 10.000) pilgern die Politiker (inklusive die der Linkspartei) ständig zu dem Verein und fragen, was sie noch für ihn tun können.

Da die Initiative gegen die Bebauung des Sparbierplatzes antiklerikal argumentierte und 2006 auch noch die Nazi-Geschichte des ETV aufgedeckt hatte, war das Bürgertum froh, als diese Auseinandersetzung, die 6 Jahre lang die lokalen Nachrichten beherrschte, Mitte 2008 verloren war.

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In dieser Situation tauchte mit der Isebek-Initiative eine christlich-rechtsökologische Gruppe auf. Vordergründiger Anlass war die geplante Fällung von einem Dutzend Bäumen auf einem sumpfigen Spazierweg am Isebek-Kanal, der entwässert und repariert werden sollte.

Die Bildung dieser Gruppe wurde vom ersten Tag an von den Lokalmedien und vielen einflussreichen Kräften (Kirche, ETV, Parteien) massiv gefördert. Ihre ersten Aktionen bestanden darin, die ganze Gegend mit christlichen Holzkreuzen zu behängen und esoterische Tänze um das Dutzend Bäume aufzuführen. Es ging bei ihr auch nicht um die Folgen der Privatisierung des öffentlichen Raumes, sondern um den Schutz der Fledermaus und anderen „bedrohten Arten“.

All das war eine schroffe Wende im Vergleich zu der Initiative gegen die Bebauung des Sparbierplatzes . Während 100 Meter weiter im Namen des Kreuzes privatisiert wurde, wurde hier im Namen des Kreuzes und der „Schöpfung“ für Baum- und Vogelschutz getrommelt. Indem man die Isebek-Initiative medial vergrößerte, übertönte man den Baulärm 100 Meter weiter auf dem Sparbierplatz.

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Dieser ungewöhnliche Fall wird in allen Details auf der Seite der IGDRA dargestellt und analysiert:

Themen

• Auftritt der Heimatschützer und Schöpfungsretter mit Kreuzen
• Allianz von Springer-Anzeigenblatt und Isebek-Initiative
• Isebek-Initiative zwischen STATT-Partei und ÖDP
• Biologistisches Weltbild: Aus öffentlichem Raum wird Vogelschutzgebiet
• Ornithologisch-biologistisches Gesellschaftsbild
• Vogelschutz und Nationalsozialismus

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Isebek-Initiative im Zeichen des Kreuzes

Agaplesion Klinikum
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1. Im Zeichen des Kreuzes für 12 Bäume am Isebek.
2. Im Zeichen des Kreuzes werden 100 Meter weiter ZEITGLEICH 22.000 qm öffentlicher Raum zerstört, privatisiert und bebaut.

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Kritik der Isebek-Initiative
Wie in Hamburg eine christlich-esoterisch-rechtsökologische Gruppe von Natur- und Vogelschützern gegen eine der Aufklärung verpflichtete Initiative in Stellung gebracht wurde, die den öffentlichen Raum gegen einen evangelikalen Klinik-Konzern und einen Großsportverein mit völkischer Vergangenheit verteidigt hatte. Eine Fallstudie – siehe hier
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Rettung der Schöpfung mit dem Hamburg-Journal

Diakonieklinikum

„Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen. Kommt, lasset uns anbeten!“

Du bist das Siegeszeichen,
davor der Feind erschricket,
wenn er es nur anblicket.

„O du hochheilig Kreuze“ (Lied zur Kreuzverehrung).

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Kritik der Isebek-Initiative
Wie in Hamburg eine christlich-esoterisch-rechtsökologische Gruppe von Natur- und Vogelschützern gegen eine der Aufklärung verpflichtete Initiative in Stellung gebracht wurde, die den öffentlichen Raum gegen einen evangelikalen Klinik-Konzern und einen Großsportverein mit völkischer Vergangenheit verteidigt hatte. Eine Fallstudie – siehe hier
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christlich – esoterisch- rechtsökologisch

Diakonieklinikum
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Esoterische Gesänge für die Bäume.
Zum NABU-Vorgänger „Reichsbund für Vogelschutz“ (1933-1945) siehe Schlusskapitel der Fallstudie.
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Kritik der Isebek-Initiative
Wie in Hamburg eine christlich-esoterisch-rechtsökologische Gruppe von Natur- und Vogelschützern gegen eine der Aufklärung verpflichtete Initiative in Stellung gebracht wurde, die den öffentlichen Raum gegen einen evangelikalen Klinik-Konzern und einen Großsportverein mit völkischer Vergangenheit verteidigt hatte. Eine Fallstudie – siehe hier
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Aufstand der Konformisten

Eimsbuetteler Nachrichten
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■ Sieht aus wie auf einem Kirchentag, ist aber eine Eimsbütteler Baumretter-Versammlung von Leuten, die in renovierten Altbauwohnungen leben (oft Eigentum), Yoga-Kurse im Eimsbütteler Turnverband belegen, Abendblatt lesen und gerne glauben wollen, dass „die Diakonie“ sich aus Spenden finanziert.

Sechs Jahre mussten sie es hinnehmen, dass ihr Turnverein und das „Diakonieklinikum“ wegen „Nazigeschichten“ und einem gemeinsamen Privatisierungsprojekt nicht so richtig positiv wegkamen in den lokalen Medien, obwohl das wenige, was diese melden mussten („Nazi-Vorwurfe gegen ETV“, „Proteste gegen Diakonie“) schon geschönt war und nie ohne Gegendarstellungen aus den Presseabteilungen von ETV und Agaplesion erschien.

Dank der Isebek-Initiative und ihren christlichen Kreuzen an Parkbäumen konnte man endlich das Thema wechseln, mit dem Besuch einer Versammlung dem eigenen Anspruch auf „zivilgesellschaftliches“ Engagement wieder gerecht werden und einen Beitrag zur Rettung der Schöpfung leisten, ohne jemand beschuldigen zu müssen.

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Grünes Eimsbüttel –
durch Kunstrasen vom Agaplesion Diakonieklinikum

Die Firma EGL-Plan, die für die „Grünplanung“ der Agaplesion-Klinik zuständig ist, trägt ihre Konzepte heute am Runden Tisch zum Isebek-Konflikt vor.
In ihre „Grünplanung“ für den Klinik-Bau auf der privatisierten und bebauten Großfläche „Sparbierplatz“ hatte sie den Isebek-Park als eine Art Außenfläche von Agaplesion dargestellt:

Neubau Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg
Im Bezirk Eimsbüttel entsteht in zentraler innerstädtischer Lage auf dem Areal des Julius-Sparbier-Sportplatzes der Neubau des [Agaplesion-] Diakonie-Klinikums Hamburg. Das Grünkonzept steht im Spannungsfeld zwischen dem Grünzug am Isebekkanal und der dichten Bebauung an der Straße „Hohe Weide“. Es entwickelt sich von naturnah geprägten, weitläufigen Grünflächen am Kanal über funktionale Grünelemente im Bereich der Sportanlagen [Kunstrasenplatz des ETV auf seinem Teil der Privatisierungsbeute] hin zu architektonischen, linearen Grünstrukturen am Klinikum und im angrenzenden Straßenraum. Im Klinikum selbst gibt es, bedingt durch das enge Baufeld, nahezu keine Freiflächen für Patienten und Besucher.

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Kritik der Isebek-Initiative
Wie in Hamburg eine christlich-esoterisch-rechtsökologische Gruppe von Natur- und Vogelschützern gegen eine der Aufklärung verpflichtete Initiative in Stellung gebracht wurde, die den öffentlichen Raum gegen einen evangelikalen Klinik-Konzern und einen Großsportverein mit völkischer Vergangenheit verteidigt hatte. Eine Fallstudie – siehe hier
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Hirschfrau: Krafttier-Esoterik am Isebek

Esoterik

Krafttier ist ein Begriff für ein Geistwesen in Tiergestalt, das in der Esoterik und im Neoschamanismus verwendet wird. Die Isebek-Initiative ist Mitglied des Netzwerkes „Recht auf Stadt„!
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RECHTE BÜRGERINITIATIVEN IN HAMBURG 1998-2001

Einige der Anhänger der Isebek-Initiative waren 10 Jahre zuvor schon aktiv – beim Bürgerbegehren gegen den Fixerraum am U-Bahnhof Hoheluft, der am Ende des Isebek-Parks liegt. Dieser Ort gilt bis heute als „Schandfleck“, weil sich dort am Park-Ausgang Trinker und Junkies aufhalten. Die Beseitigung dieses „Schandflecks“ ist das parteiübergreifende gemeinsame Ziel aller am Isebek-Konflikt Beteiligten. Den letzten Antrag zur „Beseitigung des Schandflecks“ kam von der Eimsbütteler Linkspartei (Antragsteller: Hartmut Owens). Er wurde von allen Parteien unterstützt. Das „Bürgerbegehren gegen den Fixerraum am U-Bahnhof Hoheluft“ war übrigens Teil einer ganzen Welle von rechten Bürgerinitiativen, die den Boden für den Aufstieg der Schill-Partei bereiteten. Siehe dazu diese Liste.

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Bürgerbegehren gegen den Fixerraum in Hoheluft, 27.10.1998
„Sind Sie dagegen, dass der Fixerraum am U-Bahnhof Hoheluft im Container des Café Drei (Kaiser-Friedrich-Ufer 28 a) eingerichtet und betrieben wird?“

Welt am Sonntag, 31.01.1999
Bürgerbegehren in Eimsbüttel auf Erfolgskurs
Erster Erfolg für das Bürgerbegehren gegen die Einrichtung eines Fixerraums an der Hoheluft: Die Initiatoren haben beim Bezirksamt Eimsbüttel ein Drittel der erforderlichen 5700 Stimmen eingereicht. Nach Angaben der Initiatoren muß das Bürgerbegehren jetzt amtlich bekanntgemacht werden. Außerdem werden künftig Unterschriftenlisten im Bezirksamt Eimsbüttel, im Ortsamt Lokstedt, im Ortsamt Stellingen sowie in der Ortsdienststelle Eidelstedt zur Eintragung ausgelegt. Die Initiative wendet sich gegen die Einrichtung von Fixerräumen in Gegenden, in deren unmittelbarer Umgebung sich Schulen, Kindergärten und Parkanlagen befinden.

Welt am Sonntag, 25.04.1999
5700 Unterschriften gegen den Fixerraum in Hoheluft
Über 5700 Unterschriften kann die Initiative „Gegen die Standortwahl Fixerraum Hoheluft“ bereits vorlegen. Die Eröffnung des „Fixerraums“ im Herbst 1998 geht aber auf eine drogenpolitische Entscheidung des Senats zurück, die das bezirkliche Bürgerbegehren nicht korrigieren kann. Im Herbst soll jedoch Bilanz gezogen und über den weiteren Betrieb entschieden werden. Dabei werden die Unterschriften der Bürgerinitiative eine Rolle spielen. „Der Erfolg der Initiative ist ein politisches Signal“, findet Jürgen Mantell, der Leiter des Bezirksamtes Eimsbüttel.

Berliner Zeitung, 26.5.1999
Protest am Isebek
Im feinen Stadtteil Hoheluft wollen fast 6 500 Bürger keinen Fixerraum haben, derzeit prüft das Bezirksamt, ob alle Stimmen gültig sind. Wenn dem so ist, muß es einen Volksentscheid zulassen.

Welt, 5. Oktober 1999
CDU unterstützt Protest
Für den CDU-Abgeordneten Dietrich Wersich ist der Fall klar: „Sozialsenatorin Roth hat sich politisch verrannt und will nicht zugeben, dass ihr Konzept gescheitert ist.

Hamburger Morgenpost, 3. März 2000
Fixerstube „Café Drei“ weiter in der Schusslinie
Die Bürgerinitiative gegen die Fixerstube im „Café Drei“, neben dem U-Bahnhof Hoheluft, gibt keine Ruhe: Im Kerngebietsausschuss des Bezirks Eimsbüttel wollen die Kritiker am 6. März erneut fordern, den Laden dicht zu machen. Ihr Argument: „Kein Fixerraum in der Gegend von zahlreichen Schulen, Kindergärten, direktem Wohngebiet und Parkanlagen.“ Der Fixerraum sollte mit weiteren Standorten in Altona und St. Pauli in den stark frequentierten Einrichtungen im Schanzenviertel und am Hauptbahnhof Entlastung bringen.

Hamburger Abendblatt, 14.11.2002
Fixerraum wird geschlossen
Der Verein Drogenhilfe Eimsbüttel schließt heute seinen Fixerraum in der Einrichtung Café 3 am U-Bahnhof Hoheluftbrücke. „Auf Grund der Sparmaßnahmen seitens der Behörde für Umwelt und Gesundheit sind wir gezwungen, unseren Gesundheitsraum zu schließen“, heißt es in einem internen Schreiben.

Mopo, 14.11.2002
Hoheluft: Fixerstube wird heute geschlossen
Die Drogenhilfe Eimsbüttel e.V. wird heute ihre Fixerstube im „Café Drei“ beim U-Bahnhof Hoheluft schließen. Begründung: Proteste der Anwohner. „Gesundheitssenator Peter Rehaag (Schillpartei) hat entschieden, dass ein bis zwei solcher Einrichtungen geschlossen werden sollen“, so Sprecher Volker Dumann. Auch das Café der Drogenhilfe Eimsbüttel wird betroffen sein. Künftig wird es dort kein Essen mehr geben. Das Café war der Warteraum für diejenigen, die die Beratungsstelle aufsuchen.

(Hinweis: Rehaags Sprecher Volker Dumann ist bis heute Chef der Pressestelle Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt).

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Der Rechtssenat christianisiert die Suchtberatung

Diakonie-Report Hamburg, 3/2005
Diakonie übernimmt alle staatlichen Suchtberatungsstellen
Die Behörde für Wissenschaft und Gesundheit hat die Überleitung von drei staatlichen Suchtberatungsstellen in „freie Trägerschaft“ abgeschlossen. Den Zuschlag für Hamburg-West (Beratungsstelle Hau- bachstraße, Altona) erhielt das Diakonische Werk Blankenese. Die Trägerschaft für Hamburg-Ost (BS Drosselstraße, Barmbek) und Hamburg-Süd (BS Knoopstraße, Harburg) erhielt die Martha-Stiftung. Gesundheitssenator Jörg Dräger: „Die Beratungsstellen sollen zum 1.1.2006 an die neuen Träger übergehen. Bis dahin werden Entschei- dungen zum Übergang der bisherigen Mitarbeiter getroffen.“

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Kritik der Isebek-Initiative
Wie in Hamburg eine christlich-esoterisch-rechtsökologische Gruppe von Natur- und Vogelschützern gegen eine der Aufklärung verpflichtete Initiative in Stellung gebracht wurde, die den öffentlichen Raum gegen einen evangelikalen Klinik-Konzern und einen Großsportverein mit völkischer Vergangenheit verteidigt hatte. Eine Fallstudie – siehe hier
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Hamburg 1: Aktuell – Livestream

Jesus

Privatsender Hamburg 1 entlarvt das Baum-Massaker am Isebek!
(„Solche News lieben wir, weil kein Werbekunde verprellt wird, auch keine Diakonie und kein Sportverein“)

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Kritik der Isebek-Initiative
Wie in Hamburg eine christlich-esoterisch-rechtsökologische Gruppe von Natur- und Vogelschützern gegen eine der Aufklärung verpflichtete Initiative in Stellung gebracht wurde, die den öffentlichen Raum gegen einen evangelikalen Klinik-Konzern und einen Großsportverein mit völkischer Vergangenheit verteidigt hatte. Eine Fallstudie – siehe hier
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Eimsbütteler Grüngürtel

Gottesdienst
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Kritik der isebek-Initiative
Wie in Hamburg eine christlich-esoterisch-rechtsökologische Gruppe von Natur- und Vogelschützern gegen eine der Aufklärung verpflichtete Initiative in Stellung gebracht wurde, die den öffentlichen Raum gegen einen evangelikalen Klinik-Konzern und einen Großsportverein mit völkischer Vergangenheit verteidigt hatte. Eine Fallstudie – siehe hier
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Isebek-Initiative

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Die christlich-rechtsökologische „Isebek-Initiative“ in Hamburg-Eimsbüttel

wurde von 2007/2008 von Lokalmedien (Anzeigenblätter bis NDR), Kirchen, ETV und dann auch von der Linkspartei gefeatured,

um nicht weiter über die Privatisierung des kommunal-öffentlichen „Sparbierplatzes“ sprechen und berichten zu müssen,

weil diese letzte Eimsbütteler Großfläche mit Hilfe des Schill/Beust-Senates von zwei Akteuren privatisiert wurde,
mit denen sich alle gut stellen wollten:

• Die methodistische Klinikkette Agaplesion AG (die als „Diakonieklinikum“ auftrat) und

• der als deutschvölkischer Verein gegründete, einflussreiche Eimsbütteler Turnverband.

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Der nachfolgende Text ist die Spiegelung einer Seite des weblogs der
Initiative gegen die Bebauung des Sparbierplatzes

Auf einer Extra-Seite zum „Isebek-Konflikt“ in Hamburg-Eimsbüttel finden sich weitere Texte über:

(1) die beiden kommunalen Freiflächen Sparbierplatz und Isebekufer, die bis zur Privatisierung des Sparbierplatzes im Juli 2008 ein zusammenhängendes Ensemble öffentlicher Räume im Hamburg-Eimsbüttel bildeten

(2) die Kritik der Initiative gegen die Bebauung des Sparbierplatzes an der christlich-rechtsökologischen Ausrichtung der „ISEBEK-INITIATIVE für den Erhalt des Grünzuges am Isebekkanal“ („Hände weg vom Isebek“).

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INITIATIVE GEGEN DIE BEBAUUNG DES SPARBIERPLATZES
■ Flugschrift, 27.10.2008

Die Bezirksversammlung als „Fledermausmörder“
Zum Zusammenhang von Sparbierplatz-Privatisierung und „Aufwertung“ des Isebekufers

„Was passiert an der Isebek?“ Die Frage wäre von der Bezirksversammlung Eimsbüttel (BV) nie formuliert worden, wenn es nicht so viele Leute gäbe, die mit dem, was dort „passieren“ soll, nicht einverstan- den sind. Denn der normale Gang der Dinge ist, dass die Abstimmungsmaschine der Eimsbütteler Allparteienkoalition im Verbund mit der Bezirksbürokratie den privaten Investoren zu ihren Projekten verhilft und die erforderlichen Rahmenbedingungen dann als „Sachzwang“ vollstreckt: passend gemachte Flächennutzungspläne, Ein-Euro-Jobber, Erbpacht-Grundstücke und vieles mehr. Die neoliberale CDU/SPD-Mehrheit dieser BV hat alle Einsprüche gegen die Bebauung des Spar- bierplatzes mit einer Filiale der Klinikkette Agaplesion AG stets ohne jede Diskussion im Sinne des Beust-Senats niedergestimmt. „Nächster Tagesordnungspunkt!“. Irgendein Einspruchsrecht ist auch mit dieser „Informationsveranstaltung“ nicht verbunden. So funktioniert demokratische Herrschaft.

Die geplante „Modernisierung“ des Isebekufers geht auf das SPD- Konzept der „Ise-Promenade“ vom Februar 2006 zurück. (Die Details können auf dieser Homepage nachgelesen werden). Begonnen wurden diese Planungen im November 2002 – als Kompensationsmaßnahmen für den Verlust der öffentlichen Freifläche Sparbierplatz, den man – gemeinsam mit dem Rechtssenat – zugunsten der Klinikkette und des ETV privatisieren wollte, was dann wegen unseres Widerstandes immerhin noch sechs Jahre dauern sollte.

Wer vom Sparbierplatz nicht reden will, sollte über das Isebekufer schweigen!

Die BV hat ein Interesse daran, die Frage: „Was passiert an der Isebek?“ von der Frage „Und was passierte mit dem Sparbierplatz?“ abzutrennen. Denn Isebekufer und Sparbierplatz waren bis Juli 2008 Teil eines zusammenhängenden Ensembles öffentlicher Räume: „Der Sparbierplatz dient als Freifläche der Freizeit und Erholung im dicht bebauten Kerngebiet Eimsbüttel. Er ist Teil des Eimsbütteler Grünzuges entlang des Isebekkanals, der auch das Freibad am Kaiser-Friedrich-Ufer einschließt“, heißt es sogar in einem Papier des Senats vom 4.12. 2007.

Dieses aus zwei großen öffentlichen Räumen bestehende Ensemble existiert seit Juli nicht mehr! Sieht man beide Flächen im Zusammen- hang, so ergibt sich, dass bereits mehr als 95 Prozent der dazu „vorgesehenen“ Flächen auf Betreiben des Senats und mit Zustimmung der Bezirksversammlung privatisiert, versiegelt und der öffentlichen Nutzung entzogen sind!

In der Auseinandersetzung um das Isebekufer geht es also nur um die restlichen 5 Prozent! Es geht dort um die Privatisierung für eine Cafeterrasse in Wohnungsgröße, um 18 Bäume und um eine nicht ganz 1000 qm große Fläche, deren Grün verschwinden soll. Mit der Auftei- lung der Beute Sparbierplatz unter den Klinikkonzern und den ETV, gingen aber bereits 22.000 qm öffentlicher Raum verloren! Dabei wurden auch 86 Bäume mit Baggern platt gemacht und 1350 qm Grün gerodet.

Vor diesem Hintergrund wird es die BV bereits als Erfolg dieses
Abends verbuchen, wenn ihr Beitrag zum Verschwinden dieser riesigen Teils der beiden öffentlichen Flächen unerwähnt bleibt. Um es deutlich zu sagen: Wir kritisieren die Isebek-Initiative dafür, dass sie in allen ihren Verlautbarungen das Verschwinden des Sparbierplatzes verschweigt und so tut, als seien die am Isebekufer geplanten Eingriffe nicht als Folgetat der Privatisierung des Sparbierplatzes zu bewerten.

Die Empörung über die geplanten Eingriffe am Isebek wird durch das Schweigen zum Sparbierplatz unverhältnismäßig und unglaubwürdig. Man könnte wohlwollend unterstellen, dass diese Empörung das Verschwinden des Sparbierplatzes in Rechnung stellt und vielen erst mit den neuen Bezirksplänen endgültig „der Kragen geplatzt“ ist. Tatsächlich gibt es aber keine Stellungnahme in diesem Sinn.

Im Gegenteil. An den Protesten gegen die Eingriffe am Isebek sind jetzt Institutionen, Gruppierungen und Personen beteiligt, die die Bebauung des Sparbierplatzes entweder direkt unterstützen (z.B. die Ev. Kirche in Eimsbüttel), die dazu demonstrativ schwiegen (z.B. der Elternrat am Kaifu-Gymnasium, der auch dem Bau einer Schulkantine AUF dem Isebekufer zustimmte) und diverse Naturschützer, die sich für öffentliche Räume nur interessieren, wenn diese von Vögeln & Pflanzen bevölkert sind.

Viele Medien unterstützen das Anliegen der Isebek-Initiative auffallend engagiert. Doch die selben Medien feiern direkt neben Schlagzeilen wie „Bäume sollen sterben – Anwohner sind sauer“ (Mopo von heute) die Betreiber der Sparbierplatz-Privatisierung (z.B. den Sozialsenator Wersich, der vorher Diakonie-Arzt war), die Einweihung der neuen TAS auf dem Sparbierplatz und den Fortschritt des Klinikbaus. Denn die „Empörung über Baum-Massaker“ (Mopo) gilt nur Bäumen, die nicht vom „Diakonieklinikum“ gerodet wurden. Das Schweigen über das Klinikum ist geradezu zur Voraussetzung einer wohlwollenden Berichterstattung über „grüne Initiativen“ geworden.

Doch es sind nicht nur taktisch-opportunistische Motive, die dazu führten, dass Isebekufer & Sparbierplatz nicht mehr als zwei Bestandteile eines zusammengehörenden öffentlichen Raumes („Eimsbütteler Grünzug“) betrachtet werden.

Abgesehen von denen, die sich auf keinen Fall gegen „die Diakonie“ und den ETV stellen wollen, gibt es noch andere Gründe, warum manche Bürger über Zusammenhänge nicht reden wollen: Man müsste dann auch den eigenen materiellen und politischen Sprechort offen legen, z.B. als Hausbesitzer, als Wähler einer bestimmten Partei, als Gegner von Drogenberatungseinrichtungen an der Hoheluft, oder als jemand der beruflich ständig zwischen Hamburg und Dubai pendelt.

Und genau hier kommt die Fledermaus ins Spiel! Aus der Perspektive eines Anwaltes der Fledermaus muss man nicht mehr über politische und ökonomische Zusammenhänge reden. Wer einfach nur „Bäume retten“ will und diese dazu mit Holzkreuzen dekoriert, muss sich weder zur Aufklärung bekennen, noch Selbstaufklärung betreiben. Und diesem Bedürfnis nach gespielter Indifferenz, macht die Isebek-Initiative ausgerechnet im schwarzgrün regierten Hamburg ein Angebot: Ein Engagement im Kräftefeld der Gegenaufklärung, wo man für die „Bewahrung der Schöpfung“ eintreten kann und „biopolitisch“ zwischen „ökologisch wertvollem Lebensraum“ und weniger wertvollem Leben unterscheiden darf.

Es gehört zur Pointe dieser Konstellation, dass die Bezirksversammlung damit mehr Schwierigkeiten hat, als mit einer aufklärerischen Kritik. Gegenüber der moralischen Wucht des Vorwurfes, potentielle Mörder der Fledermaus zu sein, ist sie deutlich hilfloser, als wenn man sie als Helfershelfer des Kapitals charakterisieren würde. Denn die ideologische Dominanz des Neoliberalismus, die erst in diesen Tagen durch die Kernschmelze des Kreditsystems ihr Ende findet, hat die BV gegen linke Kritik völlig unempfindlich gemacht. Und seit man zum Beispiel den Papst nicht mehr als Chefpropagandist eines Aber glaubens kritisiert, sondern – nachdem er kürzlich eine Hermelinmütze trug – als Handlanger von Tierquälern, ist die Aufklärung von Zusammenhängen aus der Mode gekommen.

Klimapolitik und Finanzkrise? LBK-Privatisierung und „Diakonieklinikum“ auf dem Sparbierplatz? TAS-Einweihung und Subway-Schließung? Sparbierplatz und Isebek? Öffentliche Räume und private Investoren? Alles zu kompliziert! Und das nicht etwa, weil Eimsbütteler eine schlechte Schulbildung hätten, sondern weil das Reden über Zusammenhänge Zivilcourage voraussetzt. „Mein Freund, der Baum“ bietet da als Ersatzobjekt einen Ausweg.

Das bedeutet: Selbst wenn ein `Volksbegehren´ „Hände weg vom Isebek“ zustande kommen und erfolgreich sein sollte, wird das Ergebnis doch ein Misserfolg sein, weil dann die maßgeblichen Akteure der Beseitigung von 95 Prozent des erwähnten Ensembles öffentlicher Flächen unbehelligt blieben. Und auch die Vertreter der Bezirksversammlung werden diesen Abend politisch gut überstehen – zumal wenn sie bekennen, dass der Schutz der Fledermaus ihr wichtigstes Anliegen ist.

V.i.S.d.P.: R. Behrendt – G. Warnke 040-494200 – Th. Schulze

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Stichworte: Sparbierplatz, Agaplesion, Diakonieklinikum, Eimsbütteler Turnverband, Orivatisierung, Schill-Partei, Ole von Beust, Anne Schum, Hartmut Owens, Rüdiger Rust, ISEBEK-INITIATIVE für den Erhalt des Grünzuges am Isebekkanal, STADTNATUR, Hamburgs Natur, Naturschutz hat Recht, Stadtnaturschutz, Natur am Isebek, Runder Tisch Isebek-Gruenzug, Stadtnaturschutz am Isebek, Initiative zum Schutz der Stadtnatur, Recht auf Stadt, Netzwerk, isebek-grünzug.info, Isebek-Initiative gewinnt Bürgerentscheid, Hände weg vom Isebek – Demokratie eV Landesverband, Isebek-Initiative SPD Eimsbüttel-Nord, Isebek | CDU Eimsbüttel/Hoheluft-West, die-linke-eimsbuettel.de/eimsbuettel/kommune/isebek, 1218/XVIII Flugblätter der Isebek-Initiative – Drucksache, Nach dem Bürgerentscheid in Eimsbüttel – NABU Hamburg, Hamburg: „Recht auf Stadt“-Bewegung (Teil 3) – Indymedia